AusbildungFeng Shui

Feng…..was?

Feng Shui? Kurz erklärt…

Immer schon waren die Menschen auf der Suche nach einem guten Platz zum Leben. In alten Zeiten mögen die Kriterien sicher ganz andere gewesen sein als heute. Der Zugang zu Wasser, Schutz vor Unwetter, gute Anbaumöglichkeiten – also eine fruchtbare Erde – waren wichtige Gegebenheiten.

Heute fliehen wir vor städtischer Enge, E-Smog und verschmutzter Umgebung. Leuchtreklame und lauter Verkehr mag uns in Ballungszentren beeinflussen und beim Schlafen stören, unsere Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. Diese kleine Liste könnten wir nun beliebig verlängern – was aber deutlich wird: Unsere Umgebung beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Stressresilienz und unsere Gesundheit. Kreatives Arbeiten wird in nervenaufreibendem Umfeld schwierig bis unmöglich.

Feng Shui gehört zu den Geomantien dieser Welt

Raum und Wohlbefinden korrelieren. Diese Erkenntnis hat sich in allen entwickelten Kulturen durchgesetzt und so wurde eine „Welt-Geomantie“ geboren. Das Wort Geomantie muss hier kurz erklärt werden, zumal es in weiteren Studien ein Standardbegriff wird. Geo heißt auf griechisch bekanntermaßen Erde, Mantie bedeutet Weissagung. Geomantie ist also die Weissagung aus den Erdkräften (oder auch Raumkräften). Den Begriff Weissagung darf man hier aber nicht mit beliebiger Kaffeesatzleserei missinterpretieren. Gemeint ist hier eher, die Schaffung von Räumen, Orten oder Plätzen, die sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen und harmonisch in die Landschaft integriert werden. Sie müssen auch zu der Klimazone passen. So erleben wir z. B. in Südostasien eine ganz andere Architektur als in Norwegen. Schauen wir exemplarisch nach Malaysia: Dort ist eine Nordterrasse das Objekt der Begierde, in Nordfriesland wäre dies wohl unverkäuflich.

Menschen haben immer schon beste Ergebnisse erzielt, wenn sie sich der Umgebung angepasst haben. Im Feng Shui Slang würden wir sagen: „Folge dem Qi“. Dieses ist an unterschiedlichen Orten eben verschieden. In der Geomantie spricht man von dem Genius Loci, also dem Ortsgeist oder der Ortskraft.

Feng Shui ist die chinesische Variante der Geomantie. Übersetzt heißt es: Wind und Wasser. Wind und Wasser sind zum einen die Naturkräfte, die dem Menschen gefährlich werden konnten: Zerstörung durch starke Stürme oder auch durch Überflutung setzten den Menschen damals zu, tun es bis heute noch. Wind und Wasser hat man sich aber sehr früh schon nutzbar machen können, durch Windmühlen und den Bau von Kanälen, Viadukten und gezielten Bewässerungen von landwirtschaftlichen Feldern. Man hat vorwiegend dort gesiedelt, wo es angenehm war und man mit wenig Aufwand gut überleben konnte.

Ahnen- und Gräberkult

Soviel mal zu den Basics. Aber natürlich geht das Feng Shui weit darüber hinaus. In China entwickelte sich sehr früh ein ausgeprägter Ahnenkult. Man ging davon aus, dass die Kraft der Ahnen auf deren Nachkommen überging und diese dann Macht, Einfluss und Wohlstand erreichen können. Dafür musste aber den Ahnen geopfert werden und sie mussten natürlich in der Familie präsent bleiben, möglicherweise durch einen Familienaltar, der immer gut gepflegt wurde.

Man war aber auch der Überzeugung, dass die Grabstelle entscheidend ist. Nur Vorfahren mit einem guten und kraftvollen Grab in der Lage und willens sind, sich um die Kinder und Enkel zu kümmern. Die Suche nach einer guten Grablege wurde also entscheidend und bestimmte Kriterien wurden festgelegt, wie den eine solche Stelle auszusehen hat. Diese Regeln findet man heute noch auf vielen vorwiegend alten Friedhöfe in China und anderen Ländern mit starker chinesischen Prägung.

Die Prinzipien, die man für Grabstellen entwickelte, wurden später auf Schlösser, Tempel und Zentren der Macht übertragen. Viele Herrscher gingen davon aus, dass, wenn die Ahnen gut gesonnen sind und das Feng Shui stimmt, Macht und Reichtum leicht zu generieren sind. Wohlstand und Sicherheit für das Volk, aber auch die Herrscherfamilie werden ebenfalls gesichert.

Erst sehr viel später entstand der Gedanke, dass diese Gesetzmäßigkeiten auch auf normale Häuser angewendet werden können, um allgemeines Wohlbefinden zu generieren. Häufig ist der Feng Shui Berater auch mit Spezialaufgaben konfrontiert: Gesundheitsthemen, unerfüllter Kinderwunsch, die Berechnung von günstigen Zeitpunkten für bestimmte Tätigkeiten zählen beispielsweise dazu. Meist aber geht es um Bestandsoptimierung, sowohl für private Häuser als auch für Betriebe, Geschäfte und Praxen.

Obwohl sich unsere Alltagsprobleme im Laufe der Jahrhunderte geändert haben, sind die Prinzipien des Feng Shui immer noch die alten: Die Gestaltung des idealen Raumes unter Maßgabe der umliegenden Landschaft.

Hier können wir unseren Beitrag für eine bessere Welt leisten.

Tags: Ausbildung, Feng Shui

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