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Wann beginnt das chinesische Jahr?

Konfusion auf ganzer Linie – wann beginnt das chinesische Jahr?

An dieser Frage scheiden sich die Geister: Der chinesische Jahresbeginn wird immer wieder heiß diskutiert. Da stellt sich für den Feng Shui Newbie, aber auch für hartgesottene Experten die Frage, wie man denn in einem so wichtigen Punkt uneins sein. Zumal der chinesische Kalender eine so zentrale Bedeutung im Feng Shui und artverwandten Techniken hat? Wenn man aber ein bisschen tiefer hineinschaut, wird schnell klar, dass es genügend Sprengstoff gibt und man sich tatsächlich die Köpfe heiß reden kann.

Jetzt erst mal eins nach dem anderen: Die Diskussion über den Jahresbeginn ist uralt. Zeitmessung lag im dynastischen China in der direkten Zuständigkeit des Palastes, daraus resultierte dann das hochangesehene Kalenderamt. Bekannterweise hatten astronomische Beobachtungen und Wissenschaft im allgemeinen einen hohen Stellenwert, aber die daraus resultierende Kalendererstellung hatte auch einen nicht zu unterschätzenden machtpolitischen Faktor. Mit einer neuen Dynastie kam auch oft eine Kalenderreformationinklusive neuem Jahresbeginn, so dass im ganzen Reich klar war, dass nun ein neuer Wind im Palast weht.

Jetzt schauen wir mal auf die unterschiedlichen Optionen für einen Jahresanfang aus astronomischer Sicht:

Die Wintersonnenwende
21. oder 22. Dezember

Sie steht für den logischen Wechsel zwischen Yin und Yang, es ist der Umkehrpunkt des Jahres. Ab diesem Termin werden die Tage wieder länger, die Chinesen feiern sie seit über 2.500 Jahren. Nicht zufällig liegt unser christliches Weihnachtsfest so nah an diesem Termin – dazu verfasse ich bei Gelegenheit separat einen Beitrag.

Frühlingsbeginn
04. oder 05. Februar

Zu diesem Termin ist das aufsteigende Yang schon deutlich zu spüren. Die Tage sind länger, die Natur wacht langsam auf. Der chinesische Frühlingsbeginn ist eine der 24 Klimaphasen und die Sonne, die ja für das Klima verantwortlich ist, steht nun deutlich höher.

Das Frühlingsfest
Zwischen dem 21. Januar und 20. Februar

Wer nun denkt, dass das Frühlingsfest mit dem Frühlingsbeginn zusammenhängt, der irrt gewaltig. Das Frühlingsfest ist wohl eins der wichtigsten Ereignisse in China und das ganze Land steht Kopf. Familienfeiern, Drachen- und Löwentänze, das Steigenlassen von Laternen, es ist ein riesen Spektakel und geht fast über 2 Wochen. Das Frühlingsfest basiert allerdings auf dem Mondkalender und beginnt immer am 2. Neumond nach der Wintersonnenwende.

Also drei Optionen für das chinesische Neujahr. In der chinesischen Geschichte wurde das offizielle Neujahr, also Tag 1 sozusagen (auch wenn so gar nicht gezählt wird), immer wieder verlegt, von daher haben wir hier keine historische Unterstützung.

Im Feng Shui und im Bazi werden je nach Schule alle drei Daten verwendet. Ich persönlich folge der Tradition des Imperial Feng Shui und hier ist die Wintersonnenwende maßgeblich. An keinem anderen Datum lässt sich das Yin und Yang so deutlich beschreiben.

Aber auch der Frühlingsbeginn hat natürlich eine gewisse Sinnhaftigkeit und ich möchte dieses Datum nicht als grundsätzlich „falsch“ erachten, da wir die Natur erwachen sehen. In meiner Wahlheimat Mallorca beginnt ungefähr zu diesem Datum die Mandelblüte und taucht die ganze Insel in ein rosa Blütenmeer.

Lediglich die Verwendung des Frühlingsfestes als Jahresbeginn sehe ich kritisch, auch wenn zu diesem Termin die Party steigt. Viele chinesische Feste basieren auf dem Mondkalender und der Mond lässt sich gut mit rituellen Handlungen in Verbindung bringen. Yin und Yang hängt aber am Sonnenstand und aus diesem Grund scheidet dieser Termin aus.

Also bleibt die Entscheidung zwischen der Wintersonnenwende und dem Frühlingsbeginn – für beides lässt sich gute Gründe finden. Zum guten Schluss wird jeder Berater für sich selbst entscheiden müssen und wird dies mit seinem persönlichen Erfahrungsschatz abgleichen.

Tags: Bazi, Feng Shui

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